Tische im Nationenvergleich: Wo sitzt die Welt?

Tisch in einer Burg in Spanien

Andere Länder, andere Tische. Nicht nur Tischsitten unterscheiden sich von Nation zu Nation, auch der Tisch selbst nimmt ungewöhnliche Formen an. Vom Silbertablett bis zur Reisstrohmatte: In diesem Artikel erfährst Du, wie Menschen aus aller Welt am Esstisch sitzen.

Tische aus Fernost: Wie eine Reisstrohmatte zum Tisch wird

Tische aus Asien sind kleine Kunstwerke. Bestückt mit aufwendigen Schnitzereien, geschwungenen Linien oder traditioneller Lackierung haben sie eines gemeinsam: Die Beine sind immer kurz. So kurz, dass ihre Besitzer zum Essen auf dem Boden sitzen. Die Männer im Schneidersitz, die Frauen auf den Fersen. Die asiatische Bodensitzkultur hat eine lange Geschichte. Viele Japaner und Koreaner bevorzugen es, im Restaurant auf dem Boden zu sitzen. Ein Kissen wird zum Stuhl. Einige asiatische Länder verzichten komplett auf die Tischplatte mit vier Beinen.

Tische aus Japan, China und Thailand: Ein Kissen wird zum Stuhl

Der japanische Tisch erinnert an einen westlichen Couchtisch: Er ist immer niedrig, oftmals rechteckig oder quadratisch und manchmal auch rund. Traditionelle japanische Tische sind dunkel lackiert. Diese japanischen Lack-Tische sind hochwertige Unikate: Der dunkle Urushi-Lack kann nur von einem Meister lackiert werden. Ein aufwendiger Lackierungsprozess gibt dem Tisch seine einzigartige Struktur.

Der Begriff Opiumtisch wird häufig als Synonym für Tische im asiatischen Stil verwendet. Den Ursprung hat der Opiumtisch in China. Ebenso wie der japanische Tisch ist er niedrig gehalten. Geschwungene Beine und kunstvolle Schnitzereien auf der Tischplatte sind typisch für diesen Teetisch. Wie in Japan, Korea und Indien hat auch die Bodensitzkultur in China eine lange Tradition.

In Thailand sitzen die Menschen ebenfalls auf dem Boden. Ohne Tisch. Die Reisstrohmatte wird zur Tisch- und Sitzfläche. Thai-Familien sitzen auf dieser Matte um Schälchen mit verschiedenen Beilagen und Reis und teilen das gemeinsame Essen. Einige thailändische Restaurants verzichten ebenfalls auf einen Tisch: Unter einem erhöhten, überdachten Bambuspavillon können acht Leute oder mehr gemeinsam Essen.

Tische in Europa und der Welt: Viele Unterschiede und eine Gemeinsamkeit

Mit einer Wasserpfeife und einem Teeservice aus Messing vervollständigt sich das Bild des orientalischen Tisches. Die Heimat dieses Tisches liegt in arabischen und nordafrikanischen Ländern. Reiche Verzierungen, geometrische Muster und Pflanzenmotive sind für den arabischen Beistelltisch typisch. Die Herkunft des Tisches lässt sich an arabischen Schriftzeichen zweifellos erkennen. Die orientalischen Teetische bestehen aus einem Holzgestell und einem aufliegenden Silbertablett.

Das Aussehen der skandinavischen Tische ist Dir sicherlich aus dem berühmten, schwedischen Möbelhaus bekannt: Im Gegensatz zu den dunklen, reich verzierten Opiumtischen, sind Tische im skandinavischen Stil hell, schlicht und geradlinig. Skandinavische Tische haben die gewohnte, westliche Tischhöhe. Das Material für den nordischen Tisch stammt aus heimischen Wäldern: Fichte, Birke und Kiefer sind die meist verwendeten Materialien dieser Tische.

Unterschiedliche Formen, Farben, Materialien und Stile von Tischen gibt es so viele wie Nationen selbst. Eines haben jedoch alle Tische gemeinsam: Sie bieten einen Platz für das gemeinsame Essen im Kreise der Familie. Damit prägen sie die Kultur und Tischsitten ihrer Besitzer seit vielen Jahrhunderten.

Welcher Tischstil gefällt Dir am besten?

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